Die Geschichte der Astronomie, Teil 20

Es gibt wieder eine Unterserie in der Geschichte der Astronomie. In der Zeit um, bzw. nach 1600 gab es 3 wichtige und bekannte Astronomen, Tycho Brahe und Kepler, Fabricius, wenig später dann auch Scheiner und Galilei. Wobei Galilei durch die vorherigen Astronomen und die Erfindung des Teleskops einen entscheidenden Vorteil hatte.

Tycho und Kepler, Teil 1

Tycho Brahe. Geboren an einem kalten Wintertag im Dezember 1546, gestorben 1601. Tycho Brahe wurde übrigens 1569 von seinem Onkel adoptiert, ungeklärt weswegen. Am 19. April 1559 immatrikulierte der 12-Jährige an der Universität von Kopenhagen. Er studierte, wie üblich an den von der Reformation beeinflussten Universitäten, Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Musik sowie Astronomie. Als er jedoch die Sonnenfinsternis vom 21. August 1560 beobachten konnte, soll es ihn so sehr fasziniert haben, sodass er sich für das Fach zu interessieren begann. Er soll angeblich jedes Buch darüber gelesen haben, was ihm in die Quere kam und stellte selbst auch immer wieder Beobachtungen an. Später reiste er durch Mitteleuropa und setzte seine Studien an den Universitäten von Leipzig, Wittenberg, Rostock oder Basel fort.

Zum ersten Mal hat man von Tycho so richtig erst 1566 gehört. Er war erst 20 Jahre alt und besuchte die Universität von Rostock. Weihnachten 1566 gab es dort für die Angestellten ein Fest. Im Verlauf der Veranstaltung brach ein Streit zwischen zwei Teilnehmer aus. Er und den dänischen Adeligen Manderup Parbsjerg, weil sie sich vermutlich nicht über eine mathematische Formel entscheiden konnten. Bevor andere eingreifen konnten, forderte einer von ihnen, unbekannt wer, den Kontrahenten zum Duell auf. Tatsächlich fand das Duell etwa eine Woche danach, am 29.12.1566, etwas außerhalb von Rostock statt. Parbsjerg war jedoch der bessere Fechter und schnitt Brahe einen Teil der Nase ab. Angeblich ließ er eine Prothese aus einer Gold-Silber-Legierung anfertigen lassen, die er von da an getragen hatte.

Tycho Brahe, der Mann mit der goldenen Nase also, war ein sehr erfolgreicher Astrologe. Doch der Weg dahin war nicht immer einfach. Ein Beispiel:
Oktober 1566, etwas mehr als 2 Monate vor dem Duell mit Parbsjerg beobachtete er eine Mondfinsternis und schloss aus seinen Beobachtungen, dass der türkische Sultan sterben wird. Tatsächlich traf genau diese Nachricht ein. Das machte Tycho Brahe bekannter. Und er war nun überzeugt davon, dass er Zeichen und Botschaften von den Sternen erhielt.
Jedoch erreichte ihn die Nachricht, dass der Sultan schon vor er Mondfinsternis gestorben war. Der Sultan war bereits alt und schwach geworden und dann verstorben.

Er war sich sicher, dass er es vorausgeahnt hätte, hätte er genauere Beobachtungen und Karten oder Daten gehabt bzw. gemacht. Diese Tatsachen beunruhigten Brahe. Auch andere, ähnliche Erfahrungen, müsste er noch einstecken.

Er forschte also nach, warum das der Fall ist. Er hätte für die Bestimmung der Planetenbahnen zwei verschiedene Tabellen zur Verfügung. Er stellte jedoch fest, dass keine der beiden Tabellen die Planetenbahnen korrekt berechnen. Die eine basierte auf dem alten ptolemäischen System, die andere war jung und neu, sie stammt vom heliozentrischen System, von Kopernikus. Er dachte sich, dass deshalb seine Horoskope wohl fehlerhaft gewesen sind. Sein Leben würde er also der möglichst genauen Bestimmung und Beobachtung der Planetenbahnen widmen.

Nächstes Mal geht es weiter mit Tycho.

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