Die Geschichte der Astronomie, Teil 27

Galileo Galilei in 5 Aufzügen – Seine Jugend

Galileo Galilei gilt als der Wegbereiter der modernen Naturwissenschaften. So revolutionierte er die naturwissenschaftliche Methodik und machte hinzukommend wichtige Entdeckungen. Allerdings sahen manche in ihm ein Feindbild. Galilei verbreitete heliozentrisches Gedankengut! Besonders die bis dato mächtige Kirche versuchte mit ihrer großen Macht Galilei mundtot zu machen und seine Erkenntnisse zu verbieten. Doch heute zählt man ihn zu den wichtigsten Köpfen der frühen Neuzeit und der frühen Wissenschaft der Neuzeit. Seine Leistungen in den astronomischen Themenbereichen sind wichtig genug, um ihn für 5 Beiträge lang angesehen zu werden.

Doch fangen wir mal von vorne an und zwar bei seiner Kindheit und Jugend. Er wurde am 15. Februar 1564, vier Tage bevor Michelangelo verstarb, in Pisa geboren und entstammte ursprünglich eine armen Patrizierfamilie aus Florenz. Sein Vater Vincenzo Galilei soll Musiker gewesen sein, der die Musik mit der Physik und Mathematik verband. Sein Vater suchte nach einer Relation zwischen der Tonhöhe und der Saitenspannung. Zwar ließ er 1570 eine musiktheoretische Schrift veröffentlichen, aber er hatte nie wirklich Erfolg und konnte mit seiner Arbeit kaum Geld zum Erhalt der Familie einsammeln, aber er hatte einige Freunde. Galileos Mutter, Giulia Ammannati, war eine sehr unzufriedene Dame und eigentlich aus einer höheren Schicht und stritt sich öfters mit Vincenzo darüber, wie wenig Geld sie doch haben und er als Musiker im Armenviertel kaum Geld einwerfen und der Handel mit Stoffen sie auch nicht viel reicher gemacht haben, kurzgesagt war sie also eine chronisch mies gelaunte Frau. Dabei hatte Vincenzo viel Zeit gebracht, Giulia zu besänftigen und nebenher trotzdem irgendwie Geld einzuwerben. Außerdem muss Giulias Wohlstand nach ihrer Ansicht durch ihren gehobenen Stand eigentlich gesichert sein. 1572 zog Vincenzo ohne seine Familie zu Giovanni di Bardi einem Fürsten nach Florenz. Gleichzeitig unterhielt er eine Brief-Korrespondenz mit dem Humanisten Girolamo Mei der zu der Zeit in Rom sesshaft war.

1574, als Galileo 10 Jahre alt war, zog seine Familie zu Vincenzo auf dem Hof des besagten Fürsten. Zu dieser Zeit lehrte sein Vater ihm den Umgang mit der Laute und der Orgel. Die außerordentliche Begabung des Galileo war zu dieser Zeit zum Ausdruck gekommen. Sein Grammatiklehrer für Latein, leider besaß er nicht nur einen schlechten Ruf, sondern auch eine sehr vulgäre Ausdrucksweise, weswegen Vincenzo seinen eigentlichen Job verärgert aufnahm. Für Vincenzo war nun die Musik das Wichtigste für ihn, er zählte nicht nur zu einem Kreis beim Hof des Fürsten, sondern viel mehr zu einem echten Künstler mit revolutionären Gedanken, wie die meisten anderen aus seinem musikalischen Umfelds. Jedoch brachte das trotzdem nicht viel mehr Geld ein und Giulia war immer noch beschäftigt Vincenzo mit Vorwürfen zu traktieren. Er kümmere sich zu wenig um seine Familie.
In der Tat war die Zeit für Galileo schwierig. Er muss als ältester Sohn von Sechsen so einige Aufgaben übernehmen, er merkte, dass sie nicht viel Luxus sich gönnen konnten, dass seine Mutter für Vincenzo eine schwierige Person war. Er selbst wollte auf keinen Fall so leben und sich mit einer solchen Situation abfinden.

Trotzdem war für Galileo scheinbar sein Vater Vincenzo eine Art Vorbild. In der Zeit, in der sie in der Verbindung mit dem Hof lebten, tatsächlich hausten sie etwas außerhalb von Florenz, wurde Vincenzo von seinen Überzeugungen und Handeln immer frei und ihm widerte die strikte Musiktradition, die scheinbar wie aufgezwungen war, ebenso immer mehr an. Vincenzo war ein ungewöhnlich skeptischer Geist für diese Zeit geworden. Es lag und zog sich auch durch seine Familie. Sein Tonfall wurde mit der Zeit auch immer unbeherrschter und autoritätslos.
Frei von Autoritäten zu sein, das war auch Galileos Traum.

Die Mönche von der Abtei vom Vallombrosa genossen wegen ihrer Strenge und Genügsamkeit einen einmaligen Ruf. Der Elfjährige Galileo empfand die Atmosphäre von Vallombrosa als bedrohlich, er war an ein turbulentes Familienleben gewöhnt und die luxuriöse Ausstattung von der Abtei war ihm nicht geheuer. Inzwischen war Galileo ein meisterhafter Spieler der Lauter. Vincenzo sah ihn als ebenbürtig an. Er genoss von ihm bis hier her etwa ein Jahr intensiven Privatunterricht. Mit der Zeit gewöhnte er sich an das Kloster und verblieb vier Jahre lang. Seine Kollegen dort waren zu ihm alle locker und offen, jedoch wurde Galileo dennoch von den Mönchen stark gefördert und viel Zeit ging für Studien und Lernen drauf. So war Galileo sehr bestürzt darauf, dass sein Vater ihn von dort wegschaffte, als er hörte, dass Galileo ein Mönch werden wolle. Die Mönche von Vallombrosa waren sehr verärgert darüber. Da das Haus der Galileis aus allen Nähten platzte, mit sechs Kindern und Giulia mit Vincenzo, wurde Galileo zu einem Cousin nach Pisa geschickt. Er war sehr hilfsbereit und zog ihn als Tuchhändler auf. Kein sehr attraktiver Job, jedoch mit hohen Chancen gewinnbringend.

Beim nächsten Mal geht es weiter mit seiner beginnenden Karriere und Studium an der Universität von Pisa.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei
Galileo Galilei – Eine Biographie, Autor: James Reston, Wilhelm Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-12744-0, erstmals erschienen 1994 in englischer Sprache.

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