Die Geschichte der Astronomie, Teil 28

Galileo Galilei in 5 Aufzügen – Der Beginn der Karriere eines der ersten Naturwissenschaftler der Welt

Im Jahr 1581, Galileo war bereits 17, zwei Wochen bevor „Peter und Paul“ ein vornehmer Patrizier gestorben, der ursprünglich aus Pisa stammte, wurde in der höchst ehrwürdigen Kirche beigesetzt. Der Legende zufolge soll dort, wo heute Florenz liegt, der Jünger Petrus gelandet sein, nachdem er eine lange Überfahrt von Judäa aus getan hatte, um ursprünglich Babylon, also Rom, zu besuchen und auf seinen Wegen Menschen zum neuen Glauben bekehren. Ein Morgen später trafen Mönche sich die Mönche zu Andacht am neuen Grab in der Kirche. Geistliche aus Pisa in trafen ebenso ein und wollten die „Totenmesse“ zelebrieren. Die Mönche aus Florenz widersetzten sich dem und wollten die Totenruhe weiterhin aufrechterhalten. Die Priester aus Pisa drängelten sich dennoch vorbei und die aufgebrachten Mönche der anderen Seite hießen das Vorgehen überhaupt nicht gut. Der Streit eskalierte, ein Priester gab dem anderen eine Ohrfeige und immer mehr Gewalt prasselten sie gegenseitig auf sich ein. Sie benutzten nun Kerzenständer, Stäbe, Wachsstöcke, alle Hebel, die sie finden konnten und dreschen auf sich ein. Die legendären Blutstropfen des heiligen Clemens, der angeblich der Nachfahre des Petrus sein soll, verteilte auf einer Marmorplatte in dieser Kirche, die wegen der Landungsstelle von Petrus dort errichtet wurde, drei Tropfen Blut. Aber die sich zankenden Mönche verteilten noch mehr, wahrscheinlich „unedleres“ Blut auf der Marmorplatte. Dieser Vorfall amüsierte Montaigne, ein Zeitzeuge, der zu der Zeit in Florenz verweilte, sehr, sodass wir durch ihn heute vom dem Kampf erfahren. Sein Wissen über die Hintergründe des Kampfes erfuhr er durch Augenzeugen, welche sich nach einer Zeit zu dem Ort des Verbrechens sammelten.

Im Spätsommer desselben Jahres noch immatrikulierte Galileo an der Universität von Pisa ein und entschied sich zuerst für das Studienfach Medizin. Zu dieser Zeit galt Medizin als eine Fakultät der freien Künste. Das mag erstmal irritierend wirken, lässt sich aber dadurch belegen, dass zu der Zeit der Arztberuf noch mit Aberglauben und Quacksalberei beschäftigte. So etwa war Bettnässen angeblich nach einem Buch von 1544 zu lösen, in dem man kein fettes Fleisch isst, Medizin aus pulverisierten Igeln und Hühnertracheen und gemahlenen Geißklauen als Getränk zu sich nimmt!

Im ersten Studienjahr lag der Schwerpunkt in der Theorie. Er vertiefte seine Kenntnisse in Griechisch, Latein und Hebräisch. Er beschäftigte sich mit Naturphilosophie von Aristoteles, Physiologie Galens, Heilkunde des Avicenna. Mathematik war damals noch eine abstrakte, aber intellektuelle Spielerei. Botanik stand erst an, wenn man sich vertiefen wollte in z.B. Chemie, Anatomie oder Chirurgie. Welche Studienfächer Galileo lagen, stellte sich recht schnell raus. Er kritisierte die Lehre mancher klassischen Autoren und ihn ermüdeten die meisten Pflichtlektüren. Die Studenten mussten zur Kenntnis nehmen, dass wenn z.B. Hagelkörner fielen, dass kleinere Hagelkörner weniger Beschleunigung erfuhren. Deswegen müsste der Theorie nach, die kleineren Hagelkörner sich in niedrigeren Höhen bilden. Wegen dieser Theorie und deren Konsequenzen konfrontierte er mehrmals seine Professoren.

Er interessiere sich während seines Studiums viel lieber die Mathematik. Er schwänzte extra Pflichtvorlesungen in Medizin, um sich auf das eigentlich nebensächliche Themen zu konzentrieren. Als das toskanische Herrscherhaus über Winter über bis Ostern von Florenz nach Pisa zog, hat er irgendwie Wind davon bekommen, dass der Hofmathematiker Ostilio Ricci in dieser Zeit dort Vorlesungen hält. Allerdings war das Publikum beschränkt. Jedoch konnte sich Galileo in die Vorlesungen schmuggeln. Er schmuggelte sich so oft, wie es ihm möglich war in seine Vorlesungen. Galileos große Neugierde weckte Riccis Aufmerksamkeit. Ricci war selbst ein fortschrittlicher, wissenschaftlich orientierter Mathematiker, der sich mit den mathematischen Problemen von Wasserbau, militärische Befestigungen, kosmologische Theorie und vieles mehr interessierte. Er betrachtete die Mathematik nicht als Nebensächlichkeit, sondern als Möglichkeit. Er war der Meinung, dass die Anwendung der Mathematik bei der Erklärung von z.B. den Planetenbahnen nicht nur eine bedeutendere Rolle spielen sollte, sondern dass die Mathematik hiermit neue Sichtweisen ermöglichen könnte. Er war der Meinung Mathematik nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern auch praktisch anzuwenden. Galileo hörte fasziniert zu.

Die Universität schätzte hingegen Galileos Abneigung zu seinem Medizinstudium nicht sehr. Seine Widersprüche zu seinen Professoren fassten sie als Respektlosigkeit auf. Galileo bekam den Spitznamen/Beinamen „der Zänker“. Eigentlich war die Lage wirklich ernst. Seine Eltern bekamen die Nachricht, dass Galileo dabei wäre, ausgeschlossen zu werden. Durch die Bereitwilligkeit des Hofmathematikers Ostilio Ricci traf er sich im Sommer 1583 in Florenz mit Vincenzo, Galileis Vater und stimmten beide überein, Galileo weiterhin Mathematik zu lehren. Doch Vincenzo war zwiegespalten. Er dachte, dass Galileo als Arzt bessere Zukunftschancen hätte und als Mathematiker zu dieser Zeit eher nicht sehr. Die Aussicht für eine mathematische Beschäftigung war bestenfalls vage.

Es wird jetzt im Schnelldurchlauf, so schnell schnell eben geht, Galileo durchgenommen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei
http://www.initiative-trockene-nacht.de/bettnaessen/historisches.html
Galileo Galilei – Eine Biographie, Autor: James Reston, Wilhelm Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-12744-0, erstmals erschienen 1994 in englischer Sprache.

Um ehrlich zu sein, sieht es so aus, als ob es möglicherweise mehr als 5 Beiträge insgesamt über ihn entstehen werden.

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