Die Geschichte der Astronomie, Teil 8

Der Almagest, Teil 3 (Der miserable Kalender des Sosigenes)

Weiter gehts mit der Geschichte der Astronomie. Bevor wir endgültig zum Almagest zu sprechen kommen, das wir dann beim nächsten Mal der Fall sein, schiebe ich noch einen kleinen Kalender-Beitrag ein.

Als Gaius Iulius (Cäsar) 50 v. Chr. Diktator des römischen Imperiums wurde, erkannte er, dass der römische Kalender veraltet ist. Darum beauftragte er einen alexandrinischen Astronomen namens Sosigenes den Kalender zu überarbeiten, sodass der neue Kalender genauer funktioniert als der Alte.

Sosigenes verwendete die Grundlagen, welche Hipparchos und Aristarchos in den vorangegangen Jahrhunderten bereits gelegt haben. Doch Sosigenes legte eine grauenhafte Arbeit nieder. Sein Kalender war unzumutbar. Er wusste schon, dass das Jahr minimal länger als 365 Tage dauert, doch er richtete für jedes vierte Jahr ein Schalttag ein.
Das war nicht überlegt und zeugte vor Unwissenheit. Bereits zu seiner Zeit war es längst bekannt, dass ein Kalender nach diesem Modell nach Vier Jahrhunderten einen Fehler von 3 Tagen aufwies. Nach 16 Jahrhunderten, so lange hat sich dieser Kalender leider bewährt, kam also ein Fehler auf von 10 Tagen. Papst Gregor der XIII. richtete es so ein, dass das Erste Jahr eines Jahrhunderts nur dann ein Schaltjahr ist, wenn es sich durch 400 teilen lässt.

Der Julianische Kalender bestand aus 12 Monaten. Bei 365 Tage im Jahr konnten sie also nicht gleichlang sein, deswegen haben auch heute noch manche Monate 30 oder 31 Tage. Als er die 30 oder 31 Tage jedem Monat zugewiesen hat, blieb der Februar mit nur 28 Tagen übrig. Sosigenes blieb dabei und ergänzte ihn eben mit der Schaltregel, sodass der letzte Monat im Jahr alle Vier Jahre einen Schalttag erhielt.

Angeblich soll es stimmen, dass Augustus sich darüber geärgert hat, als er erfahren hat, dass der Monat nach dem Iulius benannt worden war ein Tag länger ist, als der Monat der nach ihm selbst benannt worden war. So zog er einen Tag von einem anderen Monat ab . Das sorgte dafür, dass die bisher falsch angewandte Schaltregel nun korrigiert wurde .

Ungünstig bei dem miserablen Kalender des Sosigenes ist, dass die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen am 21ten eines Monats sind, statt am Anfang eines Monats, so würde jede Jahreszeit drei volle Monate ausfüllen. Doch Logik wurde offenbar nicht benutzt und so blieb der Kalender ein Kalender in dem man z.B. an den Fingerknöcheln ablesen muss, wieviele Tage ein Monat hat, falls man das nicht auswendig weiß.

Die Beiträge blieben in letzter Zeit kurz. Ich verspreche, dass die nächsten Beiträge wieder länger werden. Der Vorteil ist eben, dass so schneller Beiträge kommen können.

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