Was sind Bok-Globulen?

War jetzt eine Weile wieder wärmer und ich habe zwei Tage nebeneinander, bei denen ich meist keine Zeit finde zu schreiben.

Zerlegen wir doch erstmal das Wort. Globulen sind Kugeln und Bok? Bok war ein niederländischer Astronom.
Bart Jan Bok hat sie auch erforscht. Daher nannte man die „Globulen“ wie er sie nannte, Bok-Globulen. Er wurde 1906 am 28. April in Hoorn geboren (Niederlande). Sein Vater war ein Militarist und seine Frau eine Adlige, wobei in dieser Zeit Adlige nicht mehr so hoch in der Gesellschaft stehen. Also wurde er in reiche Verhältnisse geboren. Nach dem Gymnasium studierte er ab 1924 an der Universität in Leiden. Einer seiner Studienkollegen war auch der bekannte Planetenforscher Gerard P. Kuiper, welcher den Kuipergürtel, einen transneptunischen Planetoidengürtel, vorhersagte.
1929 heiratete er einer seiner Studienkolleginnen Priscilla Fairfield, mit der ihr zwei Kinder gebar. 1933 promovierte er mit einer Dissertation über den Emissionsnebel von Eta Carinae zum Doktor der Philosophie an der Universität Groningen. Im selben Jahr lud ihn Harlow Shapley als „Assistant Professor“ zur Harvard-Universität in Cambridge (USA) ein. 1938 erhielt Bok die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ein Jahr darauf wurde er zum „Associate Professor“ berufen. 1947 bis 1957 war er Professor und stellvertretender Direktor des „Harvard College Observtory“ gewesen. Durch einen Zwist und Ärgereien verließ er 1957 und wurde Professor an der „Australian National University“. Er leitete dort das „Department of Astronomy“. Und verbunden damit Direktor des Mt. Stromlo Observatoriums. 1966 kehrte schließlich Bok in die USA zurück. Dort widmete er sich weiter der Astronomie und wurde in den frühen 70ern Vize-Präsident der IAU und 1972 bis 1974 Präsident der AAS.

Hellere und dunklere Flecken im Band der Milchstraße
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Wenn heiße Sterne in einer Gas- und Staubwolke durch den Sonnenwind und der und der ausgesendeten Wärme die von dem heißen, jungen Stern ausgestrahlt wird, leuchtet, dann sieht man sie bei einer klaren Nacht fernab von störender Lichtverschmutzung sie als helle Flecken im Band der Milchstraße. Sie erscheinen durch die Bestandsteile und der Sterne, die sogenannten Reflexionsnebel, meist bläulich. Sie sind bis zu 1000mal dichter als das interstellare Medium.
Andererseits wird durch intensive UV-Strahlung der heißen, jungen Sterne vom Spektraltyp O das Wasserstoffgas zum Leuchten angeregt. So ähnlich wie bei einer Leuchtstoffröhre. Dabei erhitzen sich die Gase auf 10 Tausend Kelvin und das Gas wird ionisiert (Ionisiertes Gas). Und das bis zu 400 Lichtjahre weit. B0-Sterne schaffen das immerhin noch 80 Lichtjahre weit. Es kommt also dadurch zum Rekombinationsleuchten, wobei der Wasserstoff eine rötliche Färbung einnimmt (H-Alpha-Balmerlinie). Man bezeichnet solche glühende Nebel auch als Emissionsnebel.
Diese Nebel bezeichnet man als H II-Sternentstehungsgebiete und die H I sind die kalten, neutralen Wasserstoffwolken. (Das H steht für Hydrogenium = Wasserstoff). Reflexionsnebel und Emissionsnebel kommen also meist gemeinsam vor.

Der Orionnebel M42, ein Reflexions- und Emissionsnebel
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Der Wasserstoff sendet Radiostrahlung in 1420 MHz (oder 21 cm). Typischerweise sind die Nebel einige Dutzend oder hundert Lichtjahre m Durchmesser groß. In den H I sind beispielsweise Wasserstoff mit 90%, Sauerstoff, Methan, Wasser und Helium machen den großen Rest aus. Aber auch Hydroxyl, Cyan, Ammoniak, Blausäure, aber auch sowas wie Ethanol, Methanol und Methylvinylether.
Insgesamt sind es maximal bis zu 200 verschiedene Moleküle gefunden worden – mit den Radiosignalen in der Frequenz.

Aber auch verweilt der interstellare Staub in dunklen Wolken. Das sind dunkle Stellen im Band der Milchstraße, denn diese dunklen Wolken, genannt Dunkelwolken (Ja, wir Astronomen und Astrophysiker sind besonders fantasielos – außer ich), verdunkeln das Licht der Sterne immens und es gibt kaum Sterne die davor stehen. Die ganzen Dunkelwolken verdunkeln ein Drittel des Lichts aller Sterne im den Band. Wunderbar verdunkeln sie alles. Gerade verdunkelt eine Wolke Sagittarius A*, das zentrale schwarze Loch bei uns. Doch im Infrarot bei 2,2 µm sieht man frei und nur 10% Abdunklung.

Der Pferdekopfnebel (B 33) im Infrarot
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Also – Die Bok-Globulen sind dunkle, kugelrunde Flecken (u.a. in Reflexion/Emissionsnebeln), in denen Sterne entstehen. Die heißen, hellen Dinger sind die H II-Gebiete und die neutralen, dichten Wolken sind die H I-Gebiete. Beispiele sind:

H II-Gebiete
(Reflexion/Emission)
H I-Gebiete (Kühle,
dichte Wolken)
Dunkelwolken
Rosettennebel
Orionnebel
Adlernebel
Dunkle Bänder in der Milchstraße Kohlensack

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