Die Geschichte der Astronomie, Teil 24

Tycho und Kepler, Teil 5: Tycho Brahes Todesumstände

Die Todesumstände von Brahe waren bizarr, die Todesursache lange ungeklärt und noch heute nicht restlos geklärt. Alles fing am 13. Oktober 1601 an, es war übrigens ein Samstag, Rudolf der II. gab ein Festbankett. Nach den Überlieferungen musste er wegen plötzlich starken Blasenschmerzen die Runde vorzeitig verlassen. Mögliche Gründe: Ein Blasenriss durch zu langes Harnverhalten. Möglicherweise weil es den Kaisers Gästen untersagt ist, sich vor dem Kaiser vom Tisch zu erheben.

Jan Jessenius, ein recht bekannter Arzt und Anatom beschrieb den Krankheitsverlauf so, dass Brahe eine große Klarheit über viele Dinge behielt. So konnte er sich rechtzeitig von allen verabschieden. Er bestimmte, dass Kepler tatsächlich alle wissenschaftlichen Dokumente nach seinem Tod ihm gehören soll. Kepler akzeptierte.
Die Leichenrede für Tycho Brahe hat ebenso Jan Jessenius gehalten. Tycho Brahe sein Grab liegt in der Teynkirche am Altstädter Ring in Prag.

Forschungen in den 1990ern an den Haarproben einer Exhumierung von 1901 zufolge, haben sie eine hohe Quecksilberkonzentration. Die Menge war tödlich. Wie Quecksilber an Tycho Brahes Haaren gelangen konnte, ist fraglich. Vielleicht ein falscher Umgang mit den Chemikalien, eine Einnahme eines Quecksilber-haltigen Arzneimittels, das damals sehr üblich war. Möglicherweise hat er auch ein Braunkohlekraftwerk gefressen. Die giftige Seite von Quecksilber war im frühen Siebzehnten Jahrhundert noch nicht bekannt.

2004 veröffentlichte das Journalistenpaar Anne-Lee Gilder und Joshua Gilder ein Buch (Der Fall Kepler. Mord im Namen der Wissenschaft), in dem sie Kepler als hinterhältigen Mörder beschreibt. Als Hintergrund wurden die Quecksilberkonzentrationen im Haar benutzt.
2005 gab die deutsche Kepler-Gesellschaft eine Stellungnahme über diese „Giftmord-Story“ heraus in dem sie Kepler als Mörder für abstrus und absurd halten.

Einen richtigen Schritt sind sie erst im November 2012 weitergekommen. 2012 brachten Forscher heraus, dass eine Quecksilbervergiftung als Todesursache ausgeschlossen werden kann. Dazu öffneten sie am 15. November 2010 das Grab von Tycho Brahe erneut und untersuchten Haar- und Knochenproben. Aktuell ist die wahrscheinlichste Todesursache eine schwere Blaseninfektion.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tycho_Brahe
ISBN: 9783866901131

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