Pegasus XL | ICON

Steht für: Ionospheric Connection Explorer

Wann? Am 10.10.2019 um 03:25 (MESZ)
Wer? Northrop Grumman Innovation Systems
Was? Eine Lockheed Martin L-1011 „TriStar“ (Trägerflugzeug) trägt die Pegasus XL, was an einer Interkontinentalrakete erinnert, und davon ist die Nutzlast den ICON.
Wie? Raketenstart erst in der Atmosphäre; Wird erst vom Flugzeug getragen.
Wo? Start: Stargazer, CCAFS (Cape Canaveral), Florida, USA
Ziel? ICON wird die Wechselwirkung zwischen dem irdischen Wetter und dem Sonnenwind + andere Strahlungen untersuchen und wie dieses Phänomen die Turbulenzen in der oberen Atmosphäre verursacht. Es wird erwartet, dass von den Daten die Auswirkungen der Turbulenzen auf verschiedene Technologien verstanden wird und dem entgegengewirkt wird.
Bahnparameter: 575 km, i = 27°, 96 Minuten
Masse? 23’130 kg (Pegasus XL), 17,6 m Länge, ICON: 272 kg (brutto), die eigentliche Instrumenten-Nutzlast: 130 kg
Satellitenbus? LEOStar-2 von Orbital ATK
Missionsdauer? 2 Jahre
Leistung d. Solarzellen? 780 W

Die Pegasus XL kurz nach dem Abwerfen vom Flugzeug

Die Pegasus XL besteht aus drei Stufen, auf Festtreibstoff basierend und wird von drei Orion Festtreibstoffantrieben angetrieben, d.h. das ihr Antrieb nicht mehr abgeschaltet werden kann, wenn man sie aktiviert. Man kann noch eine zusätzliche Stufe mit Hydrazin verwenden.

Solar array on NASA’s Ionospheric Connection Explorer (ICON)
Test der Solarzellen von ICON bei Vandenberg AFB, Bild vom 10.08.2019

Der ICON hat vier Instrumente an Bord:
MIGHTI: für eine hochauflösende Karte der Thermosphäre
IVM: misst die Geschwindigkeit der Ionen
EUV: macht Bilder im „extremen“ UV-Bereich
FUV: macht Bilder im fernen UV-Bereich

Das Video zeigt, wie die Pegasus XL vom Flugzeug losgelassen wird .

Status: Erfolg

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Ionospheric_Connection_Explorer
https://en.wikipedia.org/wiki/Pegasus_(rocket)
https://mediaarchive.ksc.nasa.gov/#/Detail/3667
https://www.aerospace-technology.com/projects/ionospheric-connection-explorer-icon-satellite/
https://icon.ssl.berkeley.edu/news/icon-launch-targeted-for-oct-10

Weblink:
https://icon.ssl.berkeley.edu/

Sternbild des Orion

Sternkarte des Winterhimmels, Der Orion ist etwas tiefer als die Mitte.

Ich habe mir mal gedacht, um das Teleskopie-Thema wieder etwas aufzuleben, stelle ich jetzt Sternbilder vor, zeige euch interessante Nebel und führe euch allgemein den Teil des Weltraums näher.

Der Orion ist ein mittelgroßes Wintersternbild welches sichtlich den Nachthimmel im Winter dominiert. Der Orion stellt im weiteren Sinne eine Region in der Milchstraße dar, mit den Sternen vom Orion, teilweise Teile von anderen Sternbildern, diese Region ist ungefähr 300 bis 800 Lichtjahre weit weg, ihr ähnliches Verhalten lässt darauf schließen, dass die meisten Sterne auch etwa zur gleichen Zeit aus dem gleichen Material entstanden sind.

Der Orion in schönen Farben.                                                                                                                                    Quelle: http://deepskycolors.com/astro/JPEG/RBA_Orion_HeadToToes.jpg

Durch die Präzession ist der Orion etwa in der nördlichsten Stellung, zur südlichsten Stellung in 13 Tausend Jahren, wird der Orion nicht mehr von Mitteleuropa aus zu sehen sein.

Um das Sternbild herum schlängelt sich Barnard’s Loop, eine große Region, in der die Staubdichte hoch ist und ein Nebel ist.
Weiter interessant ist M42, der Orionnebel, er liegt unterhalb der drei Sterne des Oriongürtels, erscheint bereits im bloßen Auge bei klaren Nächten und auch fernab Großstädten als diffuses „Wölkchen“, er sieht etwa aus wie eine Kerzenflamme und ist ein Sternentstehungsgebiet (H-II) mit einem Rekombinationsleuchten, junge Sterne die mit ihrer UV-Strahlung und dem Sternenwind wegblasen und ihn durch die Strahlung und Ionisation leuchten lassen. Später wies sich heraus, der der Orionnebel ein sehr heller Teil des Wolken/Nebelkomplex ist.

Weiterhin ist der Pferdekopfnebel, ein Dunkelnebel für Astrofotografen interessant, es sieht aus wie an Vorhang wo ein Kopf eines Pferdes heraus gestreckt wird. Er befindet sich unmittelbar südlich von Alnitak, gleich um die Ecke befindet sich der Flammennebel.

Wichtige Sterne:

Name Entfernung in Lichtjahren Helligkeit (mag) Typ
Beteigeuze 640 0 bis 1,3 (Alpha) Roter Überriese
Rigel 773 -0,02 bis 0,3 (Beta) Blauer Überriese
Bellatrix 243 1,64 (Gamma) Blauer Riese
Mintaka 916 2,2 bis 2,35 (Delta) Blauer Riese
Alnitak 818 1,74 (Zeta) Blauer Riese
Alnilam 1342 1,69 (Epsilon) Blauer Überriese
Saiph 722 2,07 (Kappa) Blauer Riese
Eta 901 3,35 Blauer Riese
Tau 555 3,59
Heka Blauer Riese
Meissa 1056 3,39 (Lambda) Blauer Riese
Sigma 1149 3,77 Blauer Riese

 

Den Rest konnte ich leider nicht herausfinden.
Weblink: https://de.wikipedia.org/wiki/Orion_(Sternbild)

Die Geschichte der Astronomie, Teil 16

Die Sieben Thesen von Kopernikus

Der Beitrag der Serie “Eine Ecke Weiter” vom 26.09 wird aufgrund einer Kooperations-Arbeit nicht in den nächsten Tagen kommen, dass wird wohl noch etwas länger brauchen.

Kopernikus stellte sieben Thesen in seiner Abhandlung auf, von denen die meisten zu seiner Zeit als ketzerisch galten. Die Thesen konnte er nicht beweisen oder belegen, doch er nahm dies an, weil es einfacher zu erklären und zu berechnen war. Seine Thesen gingen um ein Weltbild, welches zuvor auch bei den Griechen vermutet war. Es geht um das heliozentrische Weltbild. Etwa ab dieser Zeit war der Wissensstand in Mitteleuropa fast wieder wie in der Antike, jedoch galten in der Kirche seine „Fantasien“ als Hirngespinst und wurden nicht besonders ernst genommen. Bald werden es aber viele andere auf ähnliche Weisen versuchen und das Vertrauen in die Kirche wurde geschwächt, der dreißigjährige Krieg ein Jahrhundert später wird die Macht der Kirche gewaltig reduziert.

Die Himmelskreise oder -sphären haben kein gemeinsames Zentrum.

Ptolemäus führte schon „Ausgleichskreise“ ein, um die Bewegungen der Planeten genauer zu beschreiben. Im Ptolemäus seinen System kreisen sie um verschiedene Zentren.

Der Mittelpunkt der Erde ist nicht das Zentrum des Universums, sondern nur das Zentrum der Schwerkraft und der Mondumlaufbahn.

Dieser revolutionäre Gedanke war wohl schwer zu ertragen für die Kirche. Die These entspricht auch schon recht gut der Wirklichkeit. Die Erde behielt eine weiterhin zentrale Rolle insofern, das sie die Mondumlaufbahn bestimmt und scheinbar auch das Zentrum für die Schwerkraft, er hatte kein Grund zur Annahme, dass es dies Kraft wo anders auch gibt. Dazu kommen wir noch bei Kepler und Newton zurück.

Alle Sphären drehen sich um die Sonne, so dass das Zentrum der Welt in der Nähe der Sonne liegt.

Kopernikus bevorzugte dieses System, weil das geozentrische System komplizierter zu berechnen ist. Auch war die Sonne offensichtlich größer als die Erde und die anderen Planeten.

Die Entfernung der Erde zur Sonne ist unbedeutend im Vergleich zur Höhe der Sterne am Firmament.

Kopernikus wusste, dass die Sonne um einiges näher war, als die Sterne, jedoch konnte man die Distanz tatsächlich erst einige Dutzende Jahrzehnte später erst feststellen.

Die scheinbaren Bewegungen am Firmament sind nicht seine eigenen, sondern die der Erde. Die Erde dreht sich täglich um ihre Pole, während das Firmament als höchster Himmel unbeweglich ist.

Das zeigt das Verständnis zur Bewegung des Firmaments, welches in Wahrheit die Erde ist.

Die scheinbare Bewegungen der Sonne ist nicht ihr eigene, sondern die Bewegung der Erde und ihre äußeren Sphären. Die Erde kreist wie jeder andere Planet um die Sonne.

Die Erde bewegt sich in drei Formen: Rotation, Revolution und Präzession, die scheinbare Bewegung der Sonne besteht nach Kopernikus aus zwei Bewegungen: Die Erdrotation und die Erdrevolution.

Die scheinbare retrograde und prograde Bewegung der Planeten ist nicht ihre eigene Bewegung, sondern die der Erde. Die Erdbewegung allein liefert ausreichende Erklärung für die Schleifenbahnen der Planeten.

Kopernikus belegte das mit einer Zeichnung der Erdbahn und einer anderen Planetenbahn dar und konnte damit leicht mit einem heliozentrischen Weltbild eine Erklärung bieten.

Beim nächsten Mal gibt es ein Quickie außerhalb dieser ca. 10-Tage-Phase dieser Serie.

Merkurtransit

Aus dem Anlass, dass am elften November diesen Jahres ein Merkurtransit ist, wollt euch erklären, wie sowas zustande kommt.

Am 11.11.2019 ist der nächste Merkurtransit und man kann ihn mit dem bloßen Auge nicht sehen, denn der Merkur ist im Vergleich zur Sonne wirklich nur ein Pups. Man muss das Spektakel, sofern man es sehen möchte, mit einem Teleskop sehen. Tatsächlich bedeckt der Merkur nur 0,004 Prozent der Sonne bestenfalls. Ich kann nicht empfehlen in die Sonne zu schauen, weil solche Vergrößerungen die Netzhaut beschädigen, aber ihr könnt gerne mal für eine Sekunde versuchen, was für Temperaturen sich entwickeln, in dem stark gebündelten Licht vom Teleskop. Deshalb besorgt man sich am besten eine Sonnenfilter-Folie für das Teleskop, und wenn dabei eine Kamera.

Wie funktioniert ein Merkurtransit?
Ein Merkurtransit passiert, wenn der Merkur mit der Erde so in einer Linie stehe, dass man an der Erde tatsächlich ein dunkles Merkurscheibchen vor der Sonne.
Der Merkur muss zu diesem Augenblick in derselben Neigung wie die Erde sein, denn sonst stehen sie nicht genau in einer Linie. Er bedeckt die Sonne an dem Tag für mehrere Stunden und man kann einen gewöhnlichen Merkurtransit überall da sehen, wo die Sonne scheint.

Diese Konstellation heißt untere Konjunktion, aber wegen der Bahnneigung kann und wird es so sein, dass bei einer unteren Konjunktion der Merkur nur oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbeizieht.
Ein Merkurtransit kann in Abständen von 3 ½, 7, 9 ½, 10 oder 13 Jahren auftreten. So kommt es, dass im Mai 2016 der letzte Transit war und diesen November wieder einen gibt. Dieser Zyklus wiederholt sich alle 46 Jahre, denn in dieser Zeit hat der Merkur 191 Umläufe gehabt und der Versatz liegt bei nicht mal 1/3 Tag. Damit jetzt also ein Transit entsteht, muss die untere Konjunktion unmittelbar mit der Überschneidung der Erdbahn in den beiden Knoten der Merkurbahn. Wegen der geringen Verschiebung der Knoten, werden in 1’417 Jahre die Transite ein Monat später jeweils stattfinden: Juni und Dezember.

Die beiden Knoten der Merkurbahn sind auf 46° und 226° und am 10. November und am 7. Mai schneidet die Erdbahn die Merkurbahn. Wobei im November doppelt so viele Transite ausgemacht werden, als im Mai. Auch sind die Transite im Mai länger, weil der Knoten nahe des Aphel liegt.

Besondere Transite, wie zentrale Transite oder Streifende Transite sind Transite, bei denen der Merkur die Sonnenscheibe ziemlich genau trifft, oder nur streifend. Unser nächster Transit ist also am 11.11.2019, das ist ein Montag und er wird von halb zwei bis kurz nach 19 Uhr stattfinden.

Weblinks:
http://kurt-koerber-gymnasium.de/2016/05/09/merkurtransit-am-kkg/
https://de.wikipedia.org/wiki/Merkurtransit

Quellen:
https://eclipse.gsfc.nasa.gov/transit/transit.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Merkurtransit

Die Gezeiten

Hier möchte ich mit auch einen der großen Irrtümer aufdecken, denn das Wasser wird nicht so vom Mond angezogen, so dass auf der mondzugewandten Seite ein Flutberg entsteht und auf der gegenüberliegenden Seite durch die Rotation ein anderer Flutberg. Das ist aber nicht der Fall. Der Mond und die Rotation haben gar keine starke Kraft auf das Wasser, außerdem müssten Strandbesucher so auch womöglich sanft daher schweben. Auch erklärt es nicht, warum die Flutberge fast gleich hoch sind. Dem Gedankengang zufolge müsste der mondabgewandten Seite viel höher sein, als der zur mondzugewandten Seite, weil auf der mondabgewandten Seiten die Rotation mit der Mondanziehung zusammenarbeitet und auf der mondzugewandten Seite gegeneinander arbeitet. Das erklärt außerdem auch nicht, warum z.B. es in der Ostsee keine Gezeiten gibt. Außerdem ist die Rotation gleichmäßig und die Verformung durch die Rotation ist was anderes. Die Rotation ist nur dafür verantwortlich, wie schnell Hoch- und Niedrigwasser kommt und geht.

Es ist eher so, dass der Mond zusammen mit der Erde ein Duo sind. Sie umkreisen sich gegenseitig, wobei der Schwerpunkt noch innerhalb der Erde liegt, weil die Erde dementsprechend mehr Masse aufweist. So kreist also die Erde in der Rotation um sich selbst in 23 Stunden und etwa 56 Minuten. Durch die Kreiselbewegung um den gemeinsamen Schwerpunkt von Erde und Mond (allgemein auch: Baryzentrum), das nennt man Revolution, wird die Erde also etwas mitgerissen. Das ist jetzt aber tatsächlich durch den Mond. Jetzt zieht der Mond mit durchschnittlich 0,00033813% von einem g (Fallbeschleunigung der Erde) g = GM / r² ; g = 6,66743*10^-11 * 7,349*10^22 kg / 384’403’800 m = 0,000033159759 m/s² ( Fallbeschleunigung der Erde liegt bei 9,80665 m/s²) an der Erde.

Gedankliche Pfeile weisen die Wirkrichtung der Mondanziehung auf.
Darstellung der Revolution.

Jetzt muss man sich Pfeile vorstellen, wie man zum Mond hingezogen wird, wenn man außer den Mond sonst alle Objekte außen vor lässt. Die Seite der Erde, die zum Mond liegt, da wird man in dem Fall stärker angezogen, als irgendwo anders auf der Erde. Jetzt ist es so, dass die Gravitation zum Quadrat mit dem Abstand abnimmt. Ohne die Rotation und nur mit der Revolution, also wie lange der Mond für einen Umlauf braucht, zeigen die Pfeile nach 29 ½ Tage wieder in die Ursprungsrichtung.

Jetzt wirken überall noch Zentripetalkräfte, die von der Revolution stammen, also vom Umlauf der Erde um den Baryzentrum von Erde und Mond. Diese hängen aber nicht mit der Zentripetalkräfte der Rotation zusammen.

Darstellung der Kreisbewegungen von der Revolution auf einem bestimmen Ort auf der Erde.
Zentrifugale Kräfte, oder Fliehkräfte der Revolution.

In der Abbildung rechts sind vier Punkte auf der Erdoberfläche vermerkt, welche im Laufe der Revolution einen Pfad hinterlassen haben. Durch die jetzt offensichtlichere Kreisbewegung können wir jetzt definitiv sagen, dass es da eine Zentripetalkraft durch die Kreisbewegung gibt. Auch wissen wir, da alle Kreise parallel und gleich groß sind und die Revolution überall gleich schnell ist. Sie sind also gleichmäßig, gleich groß und weisen in die selbe Richtung. Wenn wir die beiden wirkende Kräfte zusammenlegen (Bild in der Mitte) und den Vektor bestimmen (folgendes Bild). Die Kräfte die wir jetzt haben sind in Summe die Gezeitenkräfte. Auf der mondabgewandten Seite ist die Zentripetalkraft durch die Revolution dominierend, also tendiert die Gezeitenkraft in die Wirkrichtung der Zentripetalkraft. Auf der Mondzugewandten Seite dominiert die Mondanziehung, also ist hier die Wirkrichtung zum Mond hin.

Darstellung der verschiedenen Kräfte, die die Gezeiten bewirken.
Der grüne Pfeil zeigt die Wirkrichtung, wenn man die Kräfte zusammen nimmt.

Aber wie entstehen jetzt die Flutberge, Ebbe und Flut? Das ist jetzt ganz leicht. Durch die herrschenden Kräfte kann das Wasser nicht förmlich angezogen werden, aber da die Kraft da ist und Wasser eine nicht feste Form besitzt, kann die Gezeitenkräfte das Wasser leicht aus den Ozeanen und Meeren drücken und sich in Richtung der Kräfte sammeln. Deshalb gibt es in der Ostsee oder im Bodensee keine Gezeiten, weil hier nur sehr, sehr schlecht das Wasser aufdrücken oder abfließen kann. Dabei ist die Zentripetalkraft im Gegensatz zu der Mondanziehung nur 92% so stark.

Der Einfluss der Sonne ist für unsere Gezeiten auch abhängig. Sie kann die Gezeiten durch ihre Anziehung verstärken oder abschwächen. Die verstärkt sie, bei Voll- oder Neumond da dort die Sonne und die Erde mit dem Mond in einer Reihe stehen und sich die Kräfte summieren (Springtiden), bei Halbmond schwächt die Sonne die Gezeiten ab, da die Sonne und der Mond zur Erde im rechten Winkel stehen (Nipptiden). An den Tagundnachtgleichen treffen sich auch annähernd die Sonne und der Mond die Erdachse, so steigert sich dann der Effekt also etwa jedes Halbe Jahr. Alle 4 ½ und 9 ¼ Jahre wird der Effekt ebenfalls gesteigert, weil sich dann grob gesagt der Mondzyklus von vorne anfängt und die Mondbahn sich durch die Bewegung der auf- und absteigenden Knoten mit der Ekliptik kreuzt.

Gezeitenkräfte können aber auch dazu führen, dass durch Gezeitenreibung, Energie der Rotation der Erde abgezogen wird und der Größe der Mondumlaufbahn hinzugefügt wird. So entfernt sich der Mond in unscheinbaren Spiralen von der Erde.
Aber auch wird Io von Gezeiten attackiert. Sie sind wegen der Nähe zum Jupiter so stark, dass sie den Io um 100 m strecken, bzw. stauchen. So erklärt man sich Ios vulkanische Aktivität, dass durch diese immense Reibung Temperatur und Druck für Vulkane passen. Deshalb ist der Io auch geologisch aktiv, den seine Oberfläche erneuert sich dadurch, seine Oberfläche wird auf 10 Millionen Jahre alt geschätzt.

Vorhersagetabellen: https://www.tide-forecast.com

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gezeiten
https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/vulkanismus-auf-io-im-jupitermond-schwappt-ein-magma-ozean-a-762243.html
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0019103507003132?via%3Dihub
https://www.youtube.com/watch?v=tc1lPAObWBc (auch die Bilder)

News: Zweites Interstellare Objekt gesichtet.

Ende August entdeckte ein Krimer Amateurastronom einen Kometen “C/2019 Q4 Borisov”, der nach den darauffolgenden Messungen wohl ein Komet von außerhalb des Sonnensystem kam und mit einer höheren Geschwindigkeit als ‘Oumuamua das Sonnensystem betritt. Der Komet hat eine Exzentrizität von etwa 3, also hoch hyperbol. Er soll am Ende des Jahres im Perihelion außerhalb der Erdbahn sein. Der Perihelion ist der sonnennächste Punkt einer Umlaufbahn.

Mehr dazu bei “golem“.

Eine Ecke weiter, Teil 3

Im Thema Raumfahrt werden wir folgendes behandeln:

Die Geschichte der Raumfahrt, also wie und wann so technische Errungenschaften gemacht worden waren, wann was passiert ist.

Die Grundlagen, mathematisch, der Raketentreibstoff, die Systeme und Vorraussetzung.

Auch schreibe ich über Weltraumtourismus, den Weltraumlift, über spezielle Raumfahrtprogramme bestimmter Nationen.

Wir gehen durch was in der Zukunft möglich sein wird, welche Ziele die Raumfahrt anstrebt und dann werde ich auch einzelne Personen vorstellen, einzelne Missionen oder Konzepte.

Gerne verknüpfe ich das mit dem Bereich der Zukunft über den es keine Übersicht geben wird.

Ich hoffe ich konnte in etwa vermitteln, was auf euch zukommen wird. Da dieser Beitrag wirklich fast keiner ist, gibt es dann auch noch eine Fotoserie und beim nächsten Mal kommt – versprochen – auch wieder mehr.

Die Geschichte der Astronomie, Teil 14

Die Astronomie im mitteleuropäischem Mittelalter

Im Mitteleuropäischem Mittelalter war für die breite Bevölkerung die Wissenschaft irrelevant. Sie waren nämlich oft nur Bauern oder Handwerker. Das Wissen unter den Gelehrten ist weiter fortbestanden. Doch konnten nur sehr aufwändig Bücher, von großen Stückzahlen kaum zu sagen, geschrieben werden. Das änderte sich Im Verlauf des 15ten Jahrhunderts. Es bahnte sich langsam ein Umdenken an. Zuerst verbreiteten sich Händler, welche auch Wissen erwerben. Sie wurden so reich, dass selbst der Papst bei den Reichen Familien Schulden hatte. In Italien ging dann die Revolution der Renaissance los. Sie verwandelte das Mittelalter in die Neuzeit. Altes Wissen aus der Antike wurde wiederbelebt und die Wissenschaft und der Stand der Dinge wurde nun immer weiter und stärker nach oben getrieben.

Das Werk „Almagest“ von Claudius Ptolemäus wurde im 9ten Jahrhundert ins Arabische übersetzt, aber erst unter Frederiks II. v. Dänemark gegen Ende des 16ten Jahrhundert ins lateinische übertragen. Astronomie war beliebt, doch fast keiner beobachtete den Himmel aktiv.

Gegen Ende des ersten Jahrtausends nach Christus tauchten Chroniken, wie die „Angelsächsische Chronik“ auf. Sie hatten fast alle ebenso astronomische Ereignisse vermerkt, besonders akkurat die vorbeiziehenden Kometen und Eklipsen. So die Auszüge aus der Chronik:

540: Die Sonne verdunkelte sich am 20. Juni und die Sterne leuchteten hell ungefähr eine Stunde nach Sonnenaufgang
678: Im August erschien ein Stern, den man auch als Komet bezeichnet, und er leuchtete eine Jahreszeit lang jeden Morgen wie ein erster Sonnenstrahl

Und im Jahr 1066 vermerkt die Chronik: In ganz England wurde ein Zeichen gesehen, den noch kein Mensch gesehen habe, manche meinen, es sei der Stern „Komet“, ein manche auch den langhaarigen Stern nennen. Er erschien zuerst am Abend der Letania maior, am 24. April, und schien 7 Nächte hell am Firmament.

Und er war tatsächlich ein Komet. Edmund Halley sollte 6 Jahrhunderte später seine Flugbahn berechnen. Der Halleysche Komet sollte demnach alle 76 Jahre wiederkehren und immer nahe an der Erdbahn vorbei.

Am 4. Juli 1054 beobachten chinesische Astronomen das Erscheinen eines neuen Sterns am Himmel. Er leuchtete so hell, dass er angeblich mehrere Monate auffällig am Taghimmel (!) sichtbar war. 900 Jahre wurde das Wesen solcher Ereignisse bekannt. Es waren Sternexplosionen am Ende eines primären Sternenlebens.

Auch erwähnenswert: Etwas später, im fortgeschrittenen Mittelalter, beobachteten englische Mönche nach einem Bericht eines Erzbischofs zufolge eine Explosion und somit eine beobachtbare Veränderung des Anblicks vom Mond, was für die damalige Zeit für unmöglich gehalten wurde, dass sich die Oberfläche des Mondes ändern würde. Dazu schrieb der Chronist Gervase von Canterbury um ihre Entdeckung dem Erzbischof mitzuteilen folgendes:
Wir sahen eine schmale, helle Sichel kurz nach Neumond und wie üblich in dieser Phase wiesen ihre Spitzen nach Osten. Plötzlich zerbrach die obere Spitze in zwei Teile. Aus der Mitte kam eine brennende Fackel hervor, die Feuer, heiße Kohlen, und Funken schlug“.

Neuere Thesen zeigen, dass es wahrscheinlicher ist, dass ein Meteorit zufällig vor dem Mond in der Erdatmosphäre verglüht ist. Denn ein Einschlag auf dem Mond hätte eine extrem hohe Dichte an Sternschnuppen gegeben, die von dem Einschlag aus dem Mond geschleudert wurden und durch niedriger Geschwindigkeit die Erde als Sternschnuppen getroffen hätte.

Die Astronomie ist wegen Desinteresse zur Wissenschaft ohne göttlichen Hintergründe im breiten Volke eingeschlafen und unter Mönchen gab es meist besseres zu tun, außerdem waren sie meist nicht ausgebildet genug oder hatten schlechte Möglichkeiten/Messinstrumente/Techniken.

Wirkliche Fortschritte, es waren auch meist nur kleinere Erfolge wurden gegen Spätmittelalter erst erzielt worauf wir beim nächsten Mal zu sprechen kommen.

Quelle: ISBN 9783866901131